Infothek

Infothek

Zurück zur Übersicht
Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Donnerstag, 09.08.2018

Kosten für Ganzkörperbestrahlungsgerät zur Heimbehandlung müssen nicht von der Gesetzlichen Krankenkasse getragen werden

Die Kosten für ein Ganzkörperbestrahlungsgerät (Therapiesystem UV 100 L) zur Heimbehandlung bei einer schweren Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) mit großflächigem Hautbefall sind nach einer Entscheidung des Sozialgerichts Stuttgart nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung zu tragen (Az. S 19 KR 1504/17).

Der Kläger leidet unter einer schweren Form der Schuppenflechte und möchte, dass die Kosten eines Ganzkörperbestrahlungsgeräts von der Gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, um eine Bestrahlung bei sich zu Hause in Eigenregie durchführen zu können.

Das SG Stuttgart hat die Klage abgewiesen. Die Heimbehandlung mit dem Bestrahlungsgerät sei der ambulanten Behandlung in der ärztlichen Praxis nicht überlegen und bringe lediglich Erleichterungen für den Versicherten bei der Koordinierung seiner Krankenbehandlung mit seinen beruflichen und sonstigen (Alltags-) Pflichten. Auch seien durch die UV-Bestrahlung Gesundheitsrisiken in Form von Sonnenbrand, vorzeitiger Hautalterung und Krebs gegeben und die Behandlung müsse daher durch einen Arzt kontrolliert werden. Die Entfernung zwischen der Arbeitsstätte des Klägers und seiner Hautarztpraxis, die das regelmäßige Aufsuchen der Praxis unmöglich mache, sei lediglich ein beruflicher Grund und könne nicht berücksichtigt werden. Nur medizinisch-wissenschaftliche Gründe sprächen für die Notwendigkeit einer Leistung. Der Gerichtsbescheid ist rechtskräftig.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.